
Film Nr. 10 · 1977 · Moore-Ära
James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte
The Spy Who Loved Me
Verschwundene Atom-U-Boote, ein Killer mit Stahlgebiss und ein Lotus, der tauchen kann – Roger Moores Glanzstück zwischen Ägypten und Sardinien
TMDB-Wertung: 6.8 / 10 · Bei TMDB ansehen
Handlung
Zwei Atom-U-Boote verschwinden spurlos, eines britisch, eines sowjetisch. In London setzt M seinen Agenten 007 darauf an, in Moskau schickt General Gogol Major Anja Amasowa los. Bond entkommt zuvor im Bergland einem Trupp sowjetischer Agenten, indem er über eine Felskante springt und an einem Fallschirm im Union-Jack-Muster in die Tiefe gleitet. Ausgerechnet Amasowas Geliebten hat er dabei erschossen – nur weiß sie das noch nicht.
Die Spur führt nach Ägypten, wo die Pläne eines U-Boot-Ortungssystems auf dem Schwarzmarkt angeboten werden. Zwischen dem Wüstenlager eines alten Studienfreundes, der Ton-und-Licht-Schau vor den Pyramiden von Gizeh und den Säulen von Karnak jagen Bond und Amasowa denselben Mikrofilm – und beide dem Killer Beißer hinterher, dessen Stahlgebiss Ketten wie Kehlen durchtrennt. Nachdem London und Moskau einen Waffenstillstand vereinbart haben, treffen sich beide Seiten in einer Zentrale im Tempel von Abu Simbel. Der Mikrofilm führt zum Reeder und Meeresforscher Karl Stromberg.
Von Sardinien aus besuchen die beiden Strombergs Unterwasseranlage Atlantis. Auf der Rückfahrt setzen Motorrad, Wagen und Hubschrauber dem weißen Lotus nach, bis er von der Küstenstraße ins Meer schießt und sich in ein U-Boot verwandelt. Was die beiden herausfinden, ist ungeheuerlich: Strombergs Tankschiff Liparus verschluckt U-Boote wie ein Wal, und von ihnen aus sollen Atomraketen auf Moskau und New York fliegen. Der Krieg soll die Menschheit auslöschen, damit Stromberg unter Wasser neu anfangen kann.
Fakten
- James Bond
- Roger Moore
- Regie
- Lewis Gilbert
- Drehbuch
- Christopher Wood und Richard Maibaum
- Produktion
- Albert R. Broccoli
- Musik
- Marvin Hamlisch
- Titelsong
- „Nobody Does It Better“Carly Simon
- Romanvorlage
- Ian Fleming: „The Spy Who Loved Me“1962
- Laufzeit
- 125 Minuten
- Budget
- 14 Mio. US-Dollar
- Einspielergebnis
- 185 Mio. US-Dollarweltweit (Wikipedia en), davon 46 Millionen in den USA und Kanada; damit der bis dahin erfolgreichste Film von United Artists
- Kinostart
- UK: 8. Juli 1977USA: 3. August 1977Deutschland: 25. August 1977
Reiseroute und Drehorte
Goldene Nummern zeigen Bonds Weg durch die Handlung, helle Marker die echten Drehorte. Beide Ebenen lassen sich einzeln ausblenden.
Bonds Reiseroute · 15 Stationen
Der Vorspanntitel nennt den erfundenen Ort „Berngarten“; die Koordinaten stehen stellvertretend für die österreichischen Alpen. Ein Funkspruch holt Bond aus der Berghütte, sowjetische Agenten stellen ihm nach, und er springt über eine Felskante ins Leere.
Berngarten, österreichisches Bergland → Moskau · ≈ 2.105 km
General Gogol lässt Major Anja Amasowa aus dem Bett holen und setzt sie auf das verschwundene sowjetische U-Boot an. Ihr Geliebter Sergei Barsow ist da bereits tot.
Moskau → London · ≈ 2.501 km
Im Verteidigungsministerium erfahren M und Sir Frederick Gray vom Verlust der HMS Ranger. Auf dem Markt tauchen Pläne eines Ortungssystems auf, mit dem sich getauchte U-Boote aufspüren lassen.
London → Faslane, Schottland · ≈ 593 km
Auf dem U-Boot-Stützpunkt am Gare Loch führt Captain Benson dem Verteidigungsminister vor, was der Royal Navy fehlt. Von hier bricht Bond nach Ägypten auf.
Faslane, Schottland → Wüstenlager von Scheich Hosein bei Kairo · ≈ 4.050 km
Bond besucht seinen alten Cambridge-Kommilitonen in dessen Zelt im Sand. Von ihm erfährt er den Namen des Mittelsmanns Aziz Fekkesch.
Wüstenlager von Scheich Hosein bei Kairo → Kairo, Fekkeschs Haus · ≈ 18 km
Statt Fekkesch findet Bond dessen Begleiterin Felicca – und Strombergs Schläger Sandor, der ihm auf dem Dach auflauert und schließlich an Bonds Krawatte in die Tiefe stürzt.
Kairo, Fekkeschs Haus → Gizeh, Pyramiden · ≈ 12 km
Während der Ton-und-Licht-Schau vor Sphinx und Pyramiden bricht Beißer Fekkesch das Genick. Hinter den Kulissen begegnen sich Bond und Anja Amasowa zum ersten Mal – beide auf derselben Spur.
Gizeh, Pyramiden → Karnak bei Luxor · ≈ 496 km
Im Mujaba-Club will Max Kalba den Mikrofilm meistbietend verkaufen, doch Beißer tötet ihn und nimmt den Koffer mit. In den nächtlichen Säulenhallen des Tempels kommt es zum Kampf; Amasowa sichert sich den Film und lässt Bond stehen.
Karnak bei Luxor → Nil und Wüste zwischen Luxor und Abu Simbel · ≈ 183 km
Der Lieferwagen gibt mitten in der Wüste den Geist auf, und die beiden Rivalen müssen zu Fuß weiter. Eine Feluke bringt sie den Nil hinunter zum vereinbarten Treffpunkt.
Nil und Wüste zwischen Luxor und Abu Simbel → Abu Simbel · ≈ 234 km
Hinter den Kolossen Ramses’ II. haben MI6 und KGB eine gemeinsame Zentrale eingerichtet. M und Gogol verordnen den beiden Agenten eine Zusammenarbeit, Q führt seine neuesten Einfälle vor, und der Mikrofilm verrät Strombergs Namen.
Abu Simbel → Im Nachtzug nach Sardinien · ≈ 2.897 km
Der Film lässt offen, wie der Zug von Ägypten nach Sardinien gelangt. Im Schlafwagen überfällt Beißer die beiden; Bond stößt ihn mit einer Stehlampe aus dem Fenster, und aus der Rivalität wird Zuneigung.
Im Nachtzug nach Sardinien → Sardinien, Hotel an der Costa Smeralda · ≈ 97 km
Als Ehepaar Sterling, Meeresbiologe und Gattin, beziehen Bond und Amasowa Quartier. Am Pier übergibt Q den weißen Lotus Esprit.
Sardinien, Hotel an der Costa Smeralda → Atlantis vor der Küste Sardiniens · ≈ 9 km
Strombergs fiktive Anlage auf Stelzen im Meer, die sich auf Knopfdruck absenken lässt. Beim Besuch der angeblichen Biologen füttert Stromberg seine Haie mit einer ungetreuen Sekretärin und schickt Bond und Amasowa mit Beißer im Nacken zurück an Land.
Atlantis vor der Küste Sardiniens → Sardinien, Küstenstraße und Strand von Capriccioli · ≈ 8 km
Motorrad mit Raketen-Seitenwagen, Beißers Ford Taunus und Naomis Hubschrauber jagen den Lotus über die Serpentinen. Am Ende der Mole schießt der Wagen ins Meer, wird zum U-Boot, fotografiert Atlantis von unten und rollt vor verdutzten Badegästen wieder an den Strand.
Sardinien, Küstenstraße und Strand von Capriccioli → An Bord der USS Wayne und im Bauch der Liparus · ≈ 356 km
Bond und Amasowa gehen auf dem amerikanischen U-Boot in See, das prompt vom Tankschiff Liparus verschluckt wird – einem schwimmenden Dock mit drei Buchten und den entführten Booten. Bond befreit die Besatzungen, und im Gefecht bringt er die gekaperten U-Boote dazu, ihre Raketen aufeinander abzufeuern.
An Bord der USS Wayne und im Bauch der Liparus → Atlantis, Finale · ≈ 348 km
Auf einem Wetbike fährt Bond zur Anlage zurück, um Amasowa zu holen, bevor die USS Wayne sie torpediert. Stromberg schießt daneben, Bond nicht; Beißer landet im Haibecken und beißt sich frei.
Atlantis, Finale → Offene See, in der Rettungskapsel · ≈ 95 km
Amasowa richtet die Pistole auf Bond, entscheidet sich anders und legt sie weg. Als die Royal Navy die Kapsel aufnimmt, sehen M, Gogol und der Verteidigungsminister durch das Bullauge, was daraus geworden ist.
Drehorte · 18
steht für Berngarten, Österreich (Österreich)
Der Sprung über die Felskante mit dem Union-Jack-Fallschirm; Rick Sylvester fuhr im Juli 1976 rund 900 Meter über dem Boden von der Kante des Bergs ab, Willy Bogner filmte
steht für Berngarten, Österreich (Österreich)
Die Fahrt durch die Gletscherspalten für die Vorspannsequenz; Willy Bogner drehte auf Skiern mit der Handkamera bei bis zu minus 35 Grad
steht für Berngarten, Österreich (Österreich)
Der Hauptteil der Skiverfolgung, gedreht von der zweiten Einheit im Januar 1977; für zwei Minuten Film brauchte sie drei Wochen
Der U-Boot-Stützpunkt, an dem Captain Benson den Verteidigungsminister empfängt; die Drehgenehmigung der Royal Navy ersparte der Produktion Millionen
Die Ton-und-Licht-Schau, bei der Beißer Fekkesch tötet. Die Sphinx entstand vor Ort, die Pyramiden ließen sich nicht ausleuchten und wurden durch Miniaturen ersetzt
Fekkeschs Haus mit Innenhof und Dachterrasse, auf der Bond gegen Sandor kämpft
Die Wüstendünen mit dem Zeltlager von Scheich Hosein
Die nächtliche Jagd auf Beißer durch den Großen Säulensaal und die Ruinen rund um den Club
Die gemeinsame Zentrale von MI6 und KGB hinter den Kolossalstatuen Ramses’ II. samt Q-Werkstatt
Das Hotel des Ehepaars Sterling; die Piano-Bar diente als Bonds Zimmer, davor liegt die Bucht mit den Jachten
Die Mole, von der der Lotus ins Wasser schießt, und der Strand, an dem er wieder auftaucht; Aufnahmeleiter Victor Tourjansky hat hier seinen Auftritt als Mann mit dem Weinglas
Die kurvigen Landstraßen zwischen den Granitfelsen, auf denen die siebenminütige Verfolgungsjagd mit Motorrad, Ford Taunus und Hubschrauber entstand
Der Pier, an dem Q den Lotus Esprit abliefert
Die Unterwasseraufnahmen mit dem tauchenden Lotus, die Modellaufnahmen des Tankschiffs Liparus und das Haibecken, für das ein lebender Hai in ein Salzwasserbecken gesetzt wurde
Die Schlussszene, in der die Rettungskapsel von einem britischen Kriegsschiff aufgenommen wird
Außenaufnahmen des Tankschiffs auf hoher See, gedreht nach den Arbeiten in Faslane
Die Quellen führen Okinawa als Drehort, ohne die Szenen zu benennen; naheliegend sind Marineaufnahmen für die Sequenzen um das amerikanische U-Boot USS Wayne
Das Innere des Tankschiffs Liparus mit drei U-Booten in der eigens gebauten 007-Bühne, dazu Strombergs Anlage Atlantis, Gogols Büro und die Zentrale des MI6
Figuren und Besetzung
Handlanger
BeißerRichard KielDer 2,18 Meter große Killer mit dem Stahlgebiss wurde so populär, dass er als einziger Handlanger der Reihe im Folgefilm „Moonraker“ zurückkehrte; vor Kiel waren Will Sampson, David Prowse und Jack O’Halloran im Gespräch
NaomiCaroline MunroStrombergs Pilotin, die den Lotus im Hubschrauber jagt; Munro kam über eine Werbekampagne zu der Rolle
SandorMilton ReidStrombergs Schläger, den Bond in Kairo vom Dach stürzen lässt, nachdem er ihm die Krawatte aus der Hand gezogen hat
Verbündete
MI6
MBernard LeeSein zehnter Auftritt als Chef des Secret Service; im Film leitet er die gemeinsame Zentrale mit dem KGB im Tempel von Abu Simbel
QDesmond LlewelynAmasowa spricht ihn als Major Boothroyd an – jenen Namen, den der Waffenmeister in „James Bond jagt Dr. No“ trug. Seine Werkstatt liegt hier mitten in den ägyptischen Ruinen
Miss MoneypennyLois Maxwell
Weitere
General GogolWalter GotellErster Auftritt des KGB-Chefs, der in fünf weiteren Filmen wiederkehrte; Gotell hatte 1963 in „Liebesgrüße aus Moskau“ den SPECTRE-Ausbilder Morzeny gespielt
Verteidigungsminister Sir Frederick GrayGeoffrey KeenAuch der Verteidigungsminister wurde zur festen Größe: Keen spielte ihn bis „Der Hauch des Todes“ in insgesamt sechs Filmen
Max KalbaVernon DobtcheffNachtclubbesitzer und Schwarzhändler, der den Mikrofilm meistbietend versteigern will und dafür mit dem Leben bezahlt
Aziz FekkeschNadim SawalhaMittelsmann im Handel mit den Ortungsplänen; Beißer tötet ihn während der Ton-und-Licht-Schau an den Pyramiden
Sergei BarsowMichael BillingtonSowjetischer Agent und Amasowas Geliebter, den Bond im Vorspann erschießt; Billington hatte sich zuvor mehrfach um die Bond-Rolle beworben
Admiral HargreavesRobert BrownBrown übernahm nach Bernard Lees Tod ab „Octopussy“ selbst die Rolle des M
Mädchen in der BerghütteSue VannerSowjetische Agentin, die Bond in der Hütte festhalten soll und mit ihrem Funkspruch die Skiverfolgung auslöst
Fahrzeuge & Gadgets
Fahrzeuge

Der weiße Lotus Esprit S1 wurde als tauchfähige „Wet Nellie“ zum berühmtesten Bond-Auto nach dem Aston Martin DB5Foto: Mr.choppers · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons Lotus Esprit S1
Auto1976Q liefert den weißen Keil am Pier von Palau ab; es ist der Wagen, der von der Küstenstraße ins Meer schießt und als U-Boot weiterfährt
Der Esprit war bei Drehbeginn kaum ein Vierteljahr auf dem Markt. Lotus lieferte zwei fahrbereite Wagen für die Straßenaufnahmen und sechs weitere Karosserien für die Verwandlung, darunter eine wasserdicht versiegelte für die Unterwasserszenen. Die ersten Bilder von den Serpentinen der Gallura wirkten flau; als Werkstestfahrer Roger Becker den Wagen zwischen zwei Drehorten überführte, bekam er die Stuntfahrten für den Rest der Insel übertragen. Die Keilform stammt von Giorgetto Giugiaro, unter der Kunststoffhaut sitzt ein Stahl-Zentralrohrrahmen mit dem Vierzylinder quer hinter den Sitzen. Vom S1 entstanden zwischen Juni 1976 und 1978 nur 718 Exemplare – der Film machte den Wagen über Nacht zum Begriff.
- Gefahren von
- James Bond, auf Sardinien mit Anja Amasowa neben sich
- Technik
- 2,0-l-Vierzylinder (Lotus 907, 1973 cm³), 160 PS, 214 km/h, unter 1000 kg
Quellen: Bond Lifestyle: Lotus Esprit · Wikipedia (en): Lotus Esprit · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)

Serienexemplar der 903-cm³-Kawasaki, die ab 1976 als Z 900 lief – im Film hängt daran der abkoppelbare Raketen-SeitenwagenFoto: SG2012 · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons Kawasaki Z 900 A4 mit Raketen-Seitenwagen
Sonstiges1976Der Seitenwagen koppelt sich auf Knopfdruck ab und fliegt als Rakete davon
Auf der Küstenstraße oberhalb der Costa Smeralda hängt sich ein Handlanger Strombergs an den Lotus. Ein Magnetschalter löst den Seitenwagen, der als Rakete davonschießt – er verfehlt den Lotus, zerlegt einen mit Matratzen beladenen Lieferwagen, und die Explosion reißt den Motorradfahrer über die Klippe ins Meer. Der Seitenwagen war ein eigenständiges Fahrzeug: zwei Zehn-Zoll-Räder, ein 185-cm³-Motor von Suzuki und ein Stuntman, der flach darin lag und über ein kleines Vollgummirad lenkte. Schneller als gut dreißig Stundenkilometer wurde er nie; das Tempo entstand im Schnitt durch Zeitraffer. Die Z 900 führte 1976 die Z1 fort, mit der Kawasaki 1972 den ersten japanischen Großserien-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen herausgebracht hatte.
- Gefahren von
- Ein Handlanger Strombergs
- Technik
- 903-cm³-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen, 82 PS bei 8500/min; zur Höchstgeschwindigkeit werden 193 bis 212 km/h genannt
Quellen: IMCDb: 1976 Kawasaki Z 900 A4 in The Spy Who Loved Me · Wikipedia (en): Kawasaki Z1 · Motorcycle Classics: Son of Z1 – The 1976 Kawasaki KZ900 · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)

Serienexemplar des Taunus '76; im Film jagt eine schwarze Ausführung mit Beißer an Bord den LotusFoto: KGC626 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons Ford Taunus Ghia (TC2)
Auto1976Der schwarze Wagen mit vier Insassen, dem der Lotus die Windschutzscheibe mit Zement zuspritzt, bevor er die Klippe hinunter in eine Hütte stürzt
Beißer sitzt hinten im schwarzen Taunus, vorn der Fahrer, dazu zwei Schützen, die aus den Fenstern feuern. Aus Düsen hinter dem Kennzeichen spritzt der Lotus flüssigen Zement auf die Windschutzscheibe; blind geworden setzt der Wagen über den Bordstein, stürzt die Klippe hinab in eine Hütte und geht in Flammen auf – nur Beißer klettert aus dem Wrack. Der Taunus '76 war die zweite Ausbaustufe der Baureihe TC, ab Januar 1976 gebaut und in weiten Teilen baugleich mit dem britischen Cortina Mk IV. Das Coupé der ersten Serie fiel weg; geblieben waren die zwei- und die viertürige Limousine sowie der Turnier. Ghia hieß seither die oberste Ausstattungslinie, die das frühere GXL ablöste.
- Gefahren von
- Ein Fahrer Strombergs, mit Beißer und zwei Schützen an Bord
- Technik
- Baureihe von 1,3 bis 2,3 l, 55 bis 108 PS, bis 173 km/h; Topmotorisierung 2,3-l-V6 mit 108 PS
Quellen: IMCDb: 1976 Ford Taunus Ghia [TC2] in The Spy Who Loved Me · Wikipedia (de): Ford Taunus TC · automobile-catalog: 1976 Ford Taunus 2.3 V6 Ghia

Serienexemplar des Bell 206 JetRanger, wie ihn Naomi im Film über der sardischen Küstenstraße fliegtFoto: Jan Ainali · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons Bell 206 JetRanger
FluggerätStrombergs Hubschrauber, aus dem Naomi mit Maschinengewehren auf den Lotus feuert – bis eine Rakete aus dem tauchenden Wagen ihn trifft
Naomi holt Bond und Amasowa als angebliches Forscherehepaar am Pier ab und fliegt sie zu Atlantis hinaus. Über der Küstenstraße taucht dieselbe Maschine wieder auf, diesmal mit Maschinengewehren am Kufengestell, und treibt den Lotus vom Asphalt ins Meer. Sie kreist noch über der Stelle, als aus dem getauchten Wagen eine Rakete steigt und den Hubschrauber ins Wasser reißt. Der seit 1966 gebaute Bell 206 JetRanger wurde mit weit über siebentausend Exemplaren zum verbreitetsten zivilen Turbinenhubschrauber überhaupt: fünf Sitze, eine einzige Wellenturbine und ein zweiblättriges Rotorsystem, das ihn billig im Unterhalt machte.
- Gefahren von
- Naomi
- Technik
- Allison-250-C20-Wellenturbine mit 400 WPS, 226 km/h, fünf Sitze
Quellen: Bond Lifestyle: Bell 206 JetRanger · Wikipedia (en): Bell 206

Das Wetbike aus dem Film in der Ausstellung „Bond in Motion“ im National Motor Museum in BeaulieuFoto: Karen Roe from Bury St Edmunds, Suffolk, UK · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons Spirit Marine Wetbike
Boot1977Das Wasserfahrzeug auf zwei Kufen, mit dem Bond zum Finale an Strombergs Anlage Atlantis heranfährt; der Film machte es weltweit bekannt
Zum Finale setzt die USS Wayne ein Gerät aus, das aussieht wie ein Motorrad auf zwei Kufen; damit fährt Bond über die offene See zurück zu Atlantis, um Amasowa zu holen, bevor das U-Boot die Anlage torpediert. Entworfen hatte das Wetbike Nelson Tyler, gebaut wurde es von Spirit Marine, einer Tochter von Arctic Enterprises. Zur Drehzeit war es ein Vorserienstück – in den Handel kam es erst 1978. Im Stand schwimmt der Rumpf auf, in Fahrt hebt er sich auf die beiden Kufen; angetrieben wird er von einer Pumpdüse, gelenkt über die vordere Kufe. Bis 1992 blieb das Wetbike im Programm, dann verdrängten leichter zu beherrschende Wassermotorräder wie der Yamaha WaveRunner die Bauart.
- Gefahren von
- James Bond
- Technik
- Suzuki-Zweitakter mit 50 bis 60 PS, Pumpdüsenantrieb, zwei Kufen
Quellen: Wikipedia (en): Wetbike · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)

Serienexemplar des Leyland Sherpa – im Film der graue Kastenwagen, den Beißer in der Wüste auseinandernimmtFoto: Charles01 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons Leyland Sherpa
Auto1975Der graue Kastenwagen mit der Aufschrift eines Telefondienstes, in dessen Laderaum Beißer eine Abhöranlage betreibt
Als Wagen des Telefondienstes getarnt steht der Sherpa vor dem Club in Karnak, während Beißer im Laderaum mithört, was drinnen über den Mikrofilm verhandelt wird. Nach dem Kampf in den Säulenhallen nehmen Bond und Amasowa das Fahrzeug und bleiben damit mitten in der Wüste liegen; dort holt Beißer sie ein und nimmt die Karosserie mit bloßen Händen auseinander, Blech für Blech, bis kaum mehr als das Fahrgestell übrig ist. British Leyland hatte den Sherpa 1974 als Nachfolger des J4 herausgebracht. Er war schmal genug für enge Innenstädte und wurde deshalb jahrelang von Royal Mail und British Telecom dem Ford Transit vorgezogen; vorn saß zunächst der Vierzylinder der B-Serie, ab 1978 die O-Serie.
- Gefahren von
- Beißer, danach Bond und Amasowa
- Technik
- 1,6- oder 1,8-l-Vierzylinder der B-Serie, ab 1978 1,7-l-O-Serie mit 62 PS; Laderaum rund 5,4 m³
Quellen: The Autopian: This Bond Movie Has The Only Scene In All Of Cinema Where A Dude Fights A Van · Wikipedia (en): Leyland Sherpa · motor-car.net: Sherpa van 1974–82

Ein Boot der Resolution-Klasse im Firth of Clyde – solche U-Boote lagen in Faslane, wo der Film die Ranger-Szenen drehteFoto: U.S. Navy · Public domain · Wikimedia Commons Royal Navy HMS Ranger, U-Boot der Resolution-Klasse
BootDas britische Atom-U-Boot, dessen spurloses Verschwinden den Film in Gang setzt
Die Ranger ist erfunden, ihre Umgebung nicht: Für die Aufnahmen öffnete die Royal Navy ihren Stützpunkt Faslane am Gare Loch, wo damals die vier Boote der Resolution-Klasse lagen – Resolution, Repulse, Renown und Revenge. Von 1968 bis 1996 trugen sie die britische nukleare Abschreckung, jedes mit sechzehn Polaris-A3-Raketen und zwei Besatzungen, die sich in den Patrouillen ablösten. Im Film wird die Ranger auf Tiefe von Strombergs Ortungssystem gefunden, vom Tanker Liparus verschluckt und ihre Mannschaft in dessen Bauch eingesperrt; ihre Raketen sollen später auf Moskau abgefeuert werden.
- Gefahren von
- Eine Besatzung der Royal Navy
- Technik
- 130 m lang, 8400 t getaucht, Rolls-Royce-Druckwasserreaktor, 25 kn getaucht, 143 Mann, 16 Polaris-A3-Raketen
Quellen: Wikipedia (en): Resolution-class submarine · Wikipedia (en): HMNB Clyde · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)

Ein Boot der Benjamin-Franklin-Klasse, wie es im Film die USS Wayne darstelltFoto: Official U.S. Navy Photograph # DN-SC-85-11073, from the Department of Defense Still Media Collection · Public domain · Wikimedia Commons US Navy USS Wayne, U-Boot der Benjamin-Franklin-Klasse
BootDas amerikanische U-Boot, mit dem Bond und Amasowa in See gehen – und das dabei selbst in den Rachen der Liparus fährt
Commander Carter fährt mit Bond und Amasowa an Bord den vermuteten Kurs des Tankers ab. Auch dieses Boot findet das Ortungssystem: Die Liparus öffnet den Bug und schluckt es wie die beiden anderen. Im Bauch des Tankers befreit Bond die drei Besatzungen, und aus dem Gefecht heraus lässt er die gekaperten Boote ihre Raketen aufeinander abfeuern, statt auf Moskau und New York. Die Benjamin-Franklin-Klasse war die letzte und leiseste Ausbaustufe der amerikanischen Polaris-U-Boote: Zwölf Boote liefen zwischen 1963 und 1967 vom Stapel, sechs davon wurden später auf Trident-Raketen umgerüstet.
- Gefahren von
- Commander Carter und seine Besatzung
- Technik
- 130 m lang, rund 8250 ts getaucht, Druckwasserreaktor, 21 kn getaucht, 16 Raketen (Polaris A3, später Poseidon C3)
Quellen: Wikipedia (en): Benjamin Franklin-class submarine · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)

Ein sowjetisches Boot der Delta-Klasse – die Bauart, die zur Drehzeit für die verschwundene Potemkin standFoto: unbekannt · Public domain · Wikimedia Commons Sowjetische Seekriegsflotte Potemkin, Raketen-U-Boot
BootDas verschwundene sowjetische Boot, dessentwegen General Gogol seine beste Agentin losschickt
Das Verschwinden der Potemkin bringt Moskau in dieselbe Lage wie London und ist der Grund, weshalb Major Amasowa nach Ägypten reist. Am Ende liegt das Boot neben der Ranger und der Wayne im Bauch der Liparus; nach Strombergs Plan sollen seine Raketen New York treffen, während die britischen auf Moskau zielen. Zu sehen ist es nur in Modellaufnahmen. Die sowjetischen Raketenträger jener Jahre waren die Boote des Projekts 667B, im Westen Delta-Klasse genannt: ab 1972 in Dienst, 139 Meter lang und mit zwölf R-29-Raketen bestückt, deren Reichweite von 7700 Kilometern Patrouillen im geschützten Nordmeer erlaubte.
- Gefahren von
- Eine sowjetische Besatzung
- Technik
- Delta-Klasse (Projekt 667B): 139 m lang, 10.000 t getaucht, 25 kn getaucht, 12 R-29-Raketen
Quellen: Wikipedia (en): Delta-class submarine · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)

Ein Supertanker der VLCC-Klasse: gut 330 Meter lang und 318.000 Tonnen tragfähig – die Größenordnung, in der die Liparus gedacht istFoto: U.S. Navy photo by Aviation Warfare Systems Operator 2nd Class William S. Stevens · Public domain · Wikimedia Commons Stromberg Shipping Liparus, Supertanker
BootDer Tanker, der U-Boote wie ein Wal verschluckt; hinter dem aufklappbaren Bug liegt ein Dock mit drei Buchten
Die Liparus fährt unter Strombergs Flagge und hat seit ihrer Indienststellung keinen Hafen mehr angelaufen; versorgt wird sie auf See. Hinter dem aufklappbaren Bug liegt ein Trockendock mit drei Liegeplätzen, dazu Werkstätten, Mannschaftsquartiere und eine Kommandozentrale. Für das Innere war kein Studio der Welt groß genug, deshalb entstand in Pinewood eigens die 007-Bühne mit einem Wassertank, in dem die U-Boot-Kulissen schwammen. Ken Adam entwarf die Anlage und wurde dafür zusammen mit Peter Lamont und Hugh Scaife für den Oscar nominiert. Die Außenaufnahmen besorgte ein rund 19 Meter langes Katamaran-Modell von Derek Meddings, das vor Nassau tatsächlich U-Boot-Modelle im gleichen Maßstab verschluckte. Über die Größe des Schiffs gehen die Angaben auseinander: genannt werden 600.000 und über eine Million Tonnen.
- Gefahren von
- Kapitän und Besatzung in Strombergs Diensten
Quellen: BMT 216A: Tanker Liparus · Model Ships in the Cinema: The Spy Who Loved Me (1977) · Wikipedia (en): 007 Stage · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)
Karl Stromberg Atlantis, Unterwasseranlage
SonstigesWohnsitz und Labor auf vier Beinen vor Sardinien, das sich auf Knopfdruck ins Meer absenken lässt
Atlantis steht auf vier Beinen im Meer und zieht zum Absenken den runden Wohnkörper unter Wasser. Drinnen empfängt Stromberg seine Gäste in einem Salon mit großen Bullaugen, hinter denen die Haie kreisen, und lässt eine ungetreue Sekretärin durch eine Falltür ins Becken fallen. Ken Adam entwarf die Anlage bewusst gegen die geraden Linien seiner früheren Bond-Bauten und arbeitete mit Kuppeln und Rundformen; die Trickaufnahmen betreute Derek Meddings mit einem rund zweieinhalb Meter hohen Modell – so groß, dass für die Unterwasserfahrt des Lotus ein eigenes Modell im Viertelmaßstab gebaut werden musste. Die Unterwasseraufnahmen entstanden im Oktober 1976 vor Nassau. Im Finale zerreißt ein Torpedo der USS Wayne die Anlage.
- Gefahren von
- Karl Stromberg
Quellen: Wikipedia (en): Ken Adam · Model Ships in the Cinema: The Spy Who Loved Me (1977) · huntingbond.com: All movie locations from James Bond „The Spy Who Loved Me“
Nachtzug von Ägypten nach Sardinien
SonstigesDer Schlafwagen, in dem Beißer die beiden überfällt und schließlich aus dem Fenster fliegt
Wie der Zug von Ägypten an den sardischen Hafen Palau kommt, lässt der Film offen; eine solche Verbindung gibt es nicht. Gedreht wurde die Sequenz vollständig in den Pinewood Studios. Im Abteil stellt sich Beißer den beiden in den Weg; Bond zerschlägt eine Stehlampe und drückt ihm die stromführenden Enden ins Stahlgebiss, bis er durch das Fenster kippt. Für den Sturz doublte Bob Simmons den zwei Meter großen Richard Kiel, obwohl er selbst deutlich kleiner war, und ging durch echtes Fensterglas statt durch die sonst übliche Zuckerscheibe. Dass Beißer Bond zuvor ins Gesicht greift, war Kiels eigener Einfall.
- Gefahren von
- Bond und Amasowa als Fahrgäste

Kamelkarawane in der Wüste bei Gizeh – auf einem solchen Tier reitet Bond zum Zeltlager des ScheichsFoto: Safaaelghobashey · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons Dromedar Reitkamel in der ägyptischen Wüste
SonstigesAuf dem Kamel reitet Bond durch die Dünen zum Zeltlager von Scheich Hosein
Bonds ägyptische Etappe beginnt hoch zu Kamel: Er reitet durch die Dünen zum Zelt seines alten Cambridge-Kommilitonen Scheich Hosein, der ihm den Namen des Mittelsmanns Fekkesch nennt. Gedreht wurde die Wüstenszene bei Sakkara südlich von Kairo. Ein zweites Mal kommt das Tier ins Spiel, wenn Q hinter den Kolossen von Abu Simbel einen Kamelsattel mit versteckter Klinge vorführt. Das einhöckrige Dromedar ist seit Jahrtausenden das Last- und Reittier Nordafrikas und Arabiens: Es trägt schwere Lasten, hält lange Tagesetappen durch und kommt tagelang ohne Wasser aus.
- Gefahren von
- James Bond
Quellen: bondmovies.com: The Spy Who Loved Me – Cars & Gadgets · Filming Locations for The Spy Who Loved Me (1977) – movie-locations.com

Feluke auf dem Nil bei Assuan – mit einem solchen Boot fahren Bond und Amasowa den Fluss hinunterFoto: Mustang Joe · CC0 · Wikimedia Commons Feluke Segelboot auf dem Nil
BootDas Lateinersegelboot, das die beiden nach der Panne in der Wüste den Nil hinunter zum Treffpunkt bringt
Nachdem der Lieferwagen in der Wüste liegen geblieben ist, geht es für Bond und Amasowa zu Fuß weiter und schließlich auf dem Wasser: Eine Feluke bringt sie den Nil hinunter zum vereinbarten Treffpunkt. Das Einsteigen filmte die Produktion an einem Nilufer bei Luxor. Feluken sind die traditionellen Segelboote des Flusses, flach gebaut und ohne durchgehenden Kiel, mit einem einzigen dreieckigen Lateinersegel an einer langen, schräg stehenden Rah. Stromabwärts treiben sie mit der Strömung, flussaufwärts segeln sie mit dem stetigen Nordwind.
- Gefahren von
- Ein ägyptischer Bootsführer, mit Bond und Amasowa an Bord
Quellen: huntingbond.com: All movie locations from James Bond „The Spy Who Loved Me“ · Filming Locations for The Spy Who Loved Me (1977) – movie-locations.com
Gadgets

Statt Räder trägt „Wet Nellie“ Leitflächen und Ruder; hinter der Heckklappe sitzen die vier PropellerFoto: sv1ambo · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons Lotus Esprit „Wet Nellie“
Der weiße Sportwagen schießt von der Mole ins Meer, zieht die Räder ein, fährt Leitflächen aus und wird zum U-Boot: Torpedos aus dem Heck, eine Seemine, eine Zementdüse hinter dem Kennzeichen und eine Boden-Luft-Rakete, die Naomis Hubschrauber vom Himmel holt. Das tauchfähige Exemplar baute Perry Submarines in Florida; vier batteriegetriebene Motoren trieben es mit bis zu zehn Knoten voran, gesteuert wurde es von einem Taucher im Inneren. Den Sprung ins Wasser besorgten Druckluftraketen, die Ausfahrt am Strand eine Schiffsschraube. Sieben Modelle stellten die Verwandlung zusammen dar. Im Oktober 2013 kam der Unterwasserwagen in London unter den Hammer und wechselte für 616.000 Pfund einschließlich Aufgeld an Elon Musk.
Quellen: Bond Lifestyle: Lotus Esprit · Wikipedia (en): The Spy Who Loved Me (film)
Skistock mit eingebautem Gewehr
Im Vorspann schießt Bond mitten in der Abfahrt aus einem Skistock und erledigt damit den sowjetischen Agenten Sergei Barsow – ausgerechnet den Geliebten der Frau, mit der er wenig später zusammenarbeiten muss. Im Griff des Rossignol-Stocks stecken ein verdeckter Abzug und ein Magazin für vier Schuss im Kaliber .30. Die Skiszenen entstanden im Januar 1977 in St. Moritz und in der Berninagruppe; Willy Bogner fuhr dafür auf Skiern mit der Handkamera hinter den Darstellern her.
Quellen: 007.com: Focus of the Week – The Spy Who Loved Me Ski Chase · The Legend of Q: Ski Pole Gun · Bogner: Bogner, Bond and Bobsleds
Union-Jack-Fallschirm
Nach dem Sprung über die Felskante entfaltet sich ein Fallschirm mit dem britischen Flaggenmuster – das Bild, mit dem der Film in die Titelsequenz übergeht. Rick Sylvester fuhr im Juli 1976 über die Kante des Mount Asgard auf der Baffininsel ab; die Sequenz kostete rund eine halbe Million Dollar und galt damit als teuerster Einzelstunt ihrer Zeit.
Quellen: 007.com: Focus of the Week – The Spy Who Loved Me Ski Chase · Wikipedia (en): Mount Asgard
Seiko-Quarzuhr mit Fernschreiber
Bond trägt vom Vorspann bis zum Abspann eine Seiko 0674 5009 Quartz LC, die kurze Papierstreifen mit den Befehlen aus London ausspuckt; der erste lautet „007 TO REPORT HQ. IMMEDIATE M.“ und holt ihn aus der Berghütte. Später blitzt die Uhr im Zugabteil auf, an Bord der Liparus und kurz vor der letzten Begegnung mit Beißer in Atlantis. Für die Streifen diente hartes Prägeband, wie es Beschriftungsgeräte auswerfen. Seiko steht dafür im Abspann als Partner der Produktion.
Quellen: Bond Lifestyle: Seiko 0674 5009 Quartz LC · Bond Lifestyle: The Spy Who Loved Me
Zigarettenetui und Feuerzeug als Mikrofilmleser
Etui und Feuerzeug ergeben zusammen ein Lesegerät mit ausklappbarem Sucher, in dem der erbeutete Mikrofilm vergrößert erscheint: die Pläne des U-Boot-Ortungssystems und die Zeichnung eines Tankers, die auf Stromberg führt. Auf der Reise durch Ägypten sichtet Bond den Film heimlich damit, während Amasowa nur wenige Schritte entfernt sitzt.
Quellen: The Legend of Q: Microfilm Reader · bondmovies.com: The Spy Who Loved Me – Cars & Gadgets
Amasowas Zigarette mit Betäubungsgas
Die KGB-Agentin hat ihre eigene Ausrüstung: Eine harmlos wirkende Zigarette bläst ein Gas aus, das Bond für Stunden außer Gefecht setzt – lange genug, dass sie mit dem Mikrofilm verschwinden kann.
Quellen: bondmovies.com: The Spy Who Loved Me – Cars & Gadgets

Das Gebiss, das Richard Kiel als Beißer trug, in der Ausstellung des International Spy Museum in WashingtonFoto: Shaun Versey · CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons Beißers Stahlgebiss
Das Metallgebiss des Handlangers zerbeißt Ketten, Kabel und Halsschlagadern; am Ende hilft es ihm sogar gegen einen Tigerhai. Gefertigt hat es der Zahntechniker Peter Thomas aus der Nachbarschaft der Pinewood Studios, entworfen wurde es von Katharina Kubrick, die die Zähne bewusst als stumpfe Zahnräder statt als Spitzen formte, damit sich Richard Kiel nicht verletzte. Bequem war es trotzdem nicht: Kiel konnte es kaum eine Minute am Stück im Mund behalten, danach wanderte es in eine wattierte Dose und wurde mit Mundwasser ausgespült.
Quellen: Wikipedia (en): Jaws (James Bond)
Q-Spielereien in Abu Simbel
In der provisorischen Werkstatt zwischen den Ruinen führt Q vor, woran sein Labor gerade arbeitet: ein Tablett, dessen Rand als Wurfklinge dient, eine Wasserpfeife mit eingebautem Gewehrlauf, eine Ottomane mit Schleudersitz, sprengstoffbestückte Bolas und einen Kamelsattel mit versteckter Klinge, von dem Bond trocken bemerkt, er dürfte dem Reiter die Tränen in die Augen treiben.
Quellen: bondmovies.com: The Spy Who Loved Me – Cars & Gadgets

Die Requisiten, mit denen Strombergs Froschmänner im Film den getauchten Lotus angreifenFoto: Karen Roe from Bury St Edmunds, Suffolk, UK · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons Unterwassergeräte von Strombergs Tauchern
Sobald der Lotus getaucht ist, kommen Strombergs Froschmänner aus Atlantis heraus. Sie führen gelb-schwarz gestreifte Geräte mit sich, die Scheinwerfer, einen Propeller hinter einem Schutzgitter und eine Harpune in einem Rohr vereinen, und beschießen den Wagen damit unter Wasser. Bond antwortet mit Torpedos aus dem Heck und einer Seemine.
Quellen: bondmovies.com: The Spy Who Loved Me – Cars & Gadgets
Rettungskapsel der Atlantis
Als ein Torpedo der USS Wayne die Anlage zerreißt, bringt eine Rettungskapsel Bond und Amasowa aus dem sinkenden Bau heraus. Sie taucht auf offener See wieder auf und wird von einem britischen Kriegsschiff an Deck gehievt; durch das Bullauge sehen M, General Gogol und der Verteidigungsminister, was aus der Zusammenarbeit der beiden geworden ist. Gedreht wurde die Szene vor der Küste Maltas.
Quellen: huntingbond.com: All movie locations from James Bond „The Spy Who Loved Me“
Produktion und Trivia
- Gedreht wurde vom 31. August 1976 bis in den Januar 1977 in sieben Ländern. Aus 13,5 Millionen Dollar Produktionskosten und weiteren 7,5 Millionen für Werbung und Kopien wurden weltweit 185,4 Millionen Dollar – der bis dahin erfolgreichste Film von United Artists.
- Harry Saltzman musste seine Hälfte der Bond-Rechte 1975 für 20 Millionen Pfund abgeben, nachdem sich andere Geschäfte und private Schicksalsschläge zu einer Finanzkrise ausgewachsen hatten. Er verkaufte an United Artists, und dieser Film ist der erste, den Albert R. Broccoli allein produzierte.
- Zunächst sollte wieder Guy Hamilton Regie führen, doch er wechselte im November 1975 zu „Superman“. Steven Spielberg bot sich nach „Der weiße Hai“ selbst an und wurde abgelehnt; im Dezember holte Broccoli Lewis Gilbert zurück, der schon „Man lebt nur zweimal“ inszeniert hatte.
- Ian Fleming hatte nur den Titel seines Romans freigegeben, nicht die Handlung. Broccoli beschäftigte nacheinander Stirling Silliphant, John Landis, Anthony Burgess, Derek Marlowe, Cary Bates und Ronald Hardy; Burgess ließ Bond ein Attentat auf die Queen im Opernhaus von Sydney verhindern, Landis den Papst befreien. Erst Richard Maibaum und Christopher Wood brachten das Drehbuch zu Ende, Tom Mankiewicz und Vernon Harris überarbeiteten es ungenannt.
- Weil Kevin McClory eine einstweilige Verfügung erwirkte und im Juni 1976 die alleinigen Rechte an SPECTRE und Blofeld zugesprochen bekam, mussten beide vollständig aus dem Drehbuch verschwinden. Stromberg wurde als Einzeltäter neu erfunden.
- Dass der KGB diesmal auf Bonds Seite steht, geht auf eine Vorführung in der Sowjetunion zurück: Russische Zuschauer mochten den Film, hielten ihn aber für zu antirussisch. Broccoli baute daraufhin Figuren wie Gogol und Amasowa ein, die weder Held noch Schurke sind.
- Für das Innere von Strombergs Tankschiff war kein Studio der Welt groß genug. Ab März 1976 entstand in Pinewood für 1,8 Millionen Dollar die 007-Bühne mit rund 114 mal 49 Metern Grundfläche und einem Tank für etwa 5,5 Millionen Liter Wasser – damals die größte Filmhalle der Welt. Am 5. Dezember 1976 eröffnete sie der frühere Premierminister Harold Wilson.
- Kameramann Claude Renoir bekam die riesige Halle wegen seiner nachlassenden Sehkraft nicht ausgeleuchtet. Nach Ken Adams Erinnerung kam Stanley Kubrick heimlich nach Pinewood und beriet das Team, wie sich der Tankerbau beleuchten lässt.
- Den Sprung über die Felskante am Mount Asgard auf der Baffininsel führte Rick Sylvester im Juli 1976 für 30.000 Dollar Gage aus; die Sequenz kostete rund 500.000 Dollar und war damit der teuerste Einzelstunt ihrer Zeit. Die Idee stammte aus einer Whiskey-Anzeige im „Playboy“, in der Sylvester dasselbe getan hatte. Willy Bogner filmte den Sprung.
- Der Vorspann behauptet, die Verfolgung spiele in „Berngarten, Österreich“. Tatsächlich drehte die zweite Einheit die Skiszenen im Januar 1977 in St. Moritz und in der Berninagruppe, wo Willy Bogner bei minus 35 Grad auf Skiern mit der Handkamera zwischen den Gletscherspalten hinterherfuhr. Für zwei Minuten Film brauchte das Team drei Wochen.
- Lotus schmuggelte sich selbst in den Film: PR-Mann Don McLaughlan parkte einen Esprit-Prototyp mit abgeklebten Emblemen vor dem Eon-Büro in Pinewood. Sieben Modelle stellten später die Verwandlung dar, darunter das tauchfähige „Wet Nellie“ mit einem Antrieb von Perry Submarines; die Luftblasen kamen teils von Alka-Seltzer-Tabletten.
- Die ersten Aufnahmen der Verfolgungsjagd auf Sardinien wirkten flau. Als Lotus-Testfahrer Roger Becker den Wagen zwischen zwei Drehorten überführte, war das Team so beeindruckt, dass er für den Rest der Insel-Dreharbeiten die Stuntfahrten übernahm.
- In Ägypten ließ sich die Sphinx vor Ort filmen, die Pyramiden aber nicht ausleuchten – sie wurden durch Miniaturen ersetzt. Shell bot einen ausgemusterten Tanker an, doch Versicherung und Sicherheitsauflagen waren zu teuer: Derek Meddings baute stattdessen ein 19 Meter langes Katamaran-Modell, das die U-Boot-Modelle vor Nassau tatsächlich verschluckte.
- John Barry durfte aus Steuergründen nicht in Großbritannien arbeiten, deshalb schrieb Marvin Hamlisch die Musik. „Nobody Does It Better“ mit dem Text von Carole Bayer Sager war das erste Bond-Titellied, das anders heißt als der Film. Der Film erhielt drei Oscar-Nominierungen: Ausstattung, Filmmusik und bester Song.
- Die deutsche Fassung entstand bei der Ultra-Film in München. Niels Clausnitzer sprach wieder Roger Moore, Curd Jürgens synchronisierte sich selbst. Der Film startete am 25. August 1977 mit einer Freigabe ab zwölf Jahren und erhielt die Goldene Leinwand der deutschen Filmwirtschaft.
Bilder



























Quellen
- The Spy Who Loved Me (film) – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte – Wikipedia (de)(de)abgerufen am 7. September 2026
- List of James Bond film locations – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Filming Locations for The Spy Who Loved Me (1977) – movie-locations.com(en)abgerufen am 7. September 2026
- All movie locations from James Bond „The Spy Who Loved Me“ – huntingbond.com(en)abgerufen am 7. September 2026
- The Spy Who Loved Me – 007.com(en)abgerufen am 7. September 2026
- Focus of the Week: The Spy Who Loved Me Ski Chase – 007.com(en)abgerufen am 7. September 2026
- Bogner, Bond and Bobsleds – bogner.com(en)abgerufen am 7. September 2026
- Behind the Scenes of The Spy Who Loved Me – Plus Pinewood's 007 Stage – American Cinematographer(en)abgerufen am 7. September 2026
- 007 Stage – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Nobody Does It Better – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Lotus Esprit – Bond Lifestyle(en)abgerufen am 7. September 2026
- IMCDb.org: 1976 Ford Taunus Ghia [TC2] in „The Spy Who Loved Me, 1977“(en)abgerufen am 7. September 2026
- The Spy Who Loved Me – Screen Malta(en)abgerufen am 7. September 2026
- Mount Asgard – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- HMNB Clyde – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Abu Simbel temples – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Karnak – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Gayer-Anderson Museum – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Costa Smeralda – Wikipedia (en)(en)abgerufen am 7. September 2026
- Der Spion, der mich liebte – Deutsche Synchronkartei(de)abgerufen am 7. September 2026
- The Spy Who Loved Me – Box Office Mojo(en)abgerufen am 7. September 2026




